Wir sind dann mal im Garten

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Die Löffels haben sich erweitert! Wir haben einen Schrebergarten! Ha! Endlich Oberspießer! Aber es macht uns Freude und die Löffelkinder lieben es. Hier gleich mal ein Projekt: Auf einer bereits angelegten kreisrunden Fläche (da stand bisher immer der Pool) versuchen wir ein Erbsenzelt wachsen zu lassen. Mal sehen, wie das wird!

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sich ähnlich sein

Was aber traurig ist am Älter werden, ist das: Mein Löffelkind ist mir ziemlich ähnlich. Ich beobachte an ihr Verhaltensweisen, Muster und sogar Körperhaltungen, die ich von mir kenne. Ich hatte schon Zeit mit diesen Dingen zurecht zu kommen, sie noch nicht. Ich werde ihr wohl dabei zusehen müssen, wie sie vieles aus eigener Erfahrung lernt, das ich schon hinter mir habe und ich kann ihr kaum Abkürzungen zeigen, denn das muss sie selber schaffen.

Wie ich das meine? Ok, ein Beispiel: Das verrückte Labyrinth
Ein wunderbares Gesellschaftsspiel, das ich schon als Kind selber gern gespielt hat und das es (ja genau exakt dasselbe!) vom Dachboden meiner Eltern in Österreich bis in die deutsche Großstadt geschafft hat. Ein paar Wochen lang spielte das Löffelkind es am allerliebsten. Jeden Tag. Und ich mit ihr. Aber so einfach und schön das klingt, so einfach ist es aber doch nicht. Denn nachdem ich das Spiel ja nun schon eine Weile spiele, hab ich dafür auch Strategien im Kopf. Und das Löffelkind nicht. Dadurch braucht es vieel länger als notwendig, um zu den richtigen Punkten im Spiel zu kommen (man muss sich da einen Weg durchs Labyrinth bahnen, um Schätze einzusammeln und dafür muss man Kärtchen verschieben, was eine gewisse Übung der Vorstellungskraft braucht). Nach ein paar Tagen merkte ich dann, dass sie oft ganz kompliziert schob, und dadurch viel langsamer war als ich. Sie beschwerte sich auch zunehmend darüber, dass sie nie gewann. Ich beobachtete ihr Spielverhalten und zog meine Schlüsse, ich spielte selber extra kompliziert, um nicht zu einfach zu gewinnen und manchmal zeigte ich ihr sogar meine Strategien.
Aber es sind ja meine Strategien, die sie sich noch nicht erarbeitet hat und daher nicht behalten kann. Um ehrlich zu sein: Das hat mich manchmal ganz schön Geduld gekostet, ihr dabei zuzusehen. Manchmal ist Lernen halt genauso schwer, wie das dabei zu gucken.

Bei Wutausbrüchen ist das ähnlich. Damit hat das Löffelkind auch zu kämpfen. Ziemlich lautstark leider. Ich kann mich an eigene kindliche Wutausbrüche erinnern. Gelegentlich bricht mein Wut-Vulkan immer noch aus, aber seltener (und ich bilde mir ein kontrollierter, haha). Ich kann mit ihr darüber sprechen, aber die Strategien, um mit ihrer Wut zurecht zu kommen, muss sie selbst entwickeln. Und mir bleibt nichts anderes übrig als Auszuhalten, Festzuhalten und sie lernen zu lassen. Und das fällt mir schwer.

Ein Hoch auf das Mittelalter!

Ich bin alt, ich werde alt, mann bin ich alt geworden! Juhu!
Nein Quatsch, so alt bin ich noch gar nicht, Anfang Dreißig kann man sagen. Aber schon seit Mitte Zwanzig stelle ich immer wieder fest: älter werden ist bisher nicht schlimm.
„Ja, werd mal richtig alt du junges Gemüse“ denken jetzt die deutlich älteren LeserInnen und recht haben sie.
Mein Punkt ist der: In meiner näheren und ferneren sozialen Umgebung befinden sich viele Menschen um die Mitte Dreißig. Und langsam, manchmal auch schon länger, macht sich das Gefühl breit, alt geworden zu sein. Im Vergleich zumindest. Häufig passiert das an Tagen nach gesteigertem Alkoholkonsum, Umzügen oder Bauaktionen. Wir „Mittelalten“ vertragen weder lange Parties noch ungewohnte körperliche Arbeit und auch krank sein nicht mehr so gut wie vor 10 Jahren. Vor 10 Jahren. Uhh. Das ist das zweite Anzeichen: Mensch, wir kennen uns jetzt schon zehn Jahre! (Trifft bei mir ziemlich viele, weil ich vor ziemlich genau zehn Jahren in diese Stadt kam, meinen Mann kennen lernte etc.) Ich messe Zeit also schon in Jahrzehnten! Dem Löffelkind erkläre ich, warum manches besser kann als sie mit den Worten: „Ich übe das ja auch schon fünfundzwanzig Jahre!“
Oder noch schlimmer: Irgendwo läuft vielleicht eine Folge der Gilmore Girls oder Ähnliches und ich denke: „Oh, ist ja auch schon eine Weile her, wie lange eigentlich?“ Nachgeguckt: 2000 bis 2007, die LETZTE Folge ist also schon fast 10 Jahre alt! Back to the Future Day war mittlerweile auch schon und das Phänomen, dass Dinge, die ich etwa zehn Jahre zurückdatieren würde dann doch schon 1990 passiert sind, häuft sich. Spätestens seit ich mir mal angeschaut habe wie jung die Schauspieler in diversen Filmen „meiner Jugend“ damals im Vergleich zu heute aussahen, wirds schon echt gruselig.
Ein weiteres Anzeichen fürs Älterwerden ist ja übrigens, dass ich Jugendliche beobachte und mir mittlerweile nicht mehr vorstelle, dass ich auch mal so alt war, sondern darüber nachdenke, wie es wohl ist die Mutter von so einem Menschen zu sein! Hach, da freu ich mich ja gar nicht drauf. Fremdschämen nennt man diesen Zustand, der mich da regelmäßig bei der Jugendlichenbeobachtung befällt. Ein Glück, dass ich diese Unsicherheiten, unglückliches Verliebtsein und Pickel hinter mir gelassen habe. (Und dass das alles im Prä-socialnetworkingzeitalter passiert ist.)

ABER zurück zur Frage: Ist älter werden wirklich schlimm?
Diese Frage muss ich im klar verneinen. Denn bisher hat älter werden eigentlich kaum Nachteile gehabt. Vieles von dem, was mich früher beschäftigt hat, viel Zeit, Geduld, Geld, Nerven etc. gebraucht hat, ist heute nicht mehr wichtig. Das hängt vor allem damit zusammen, dass mir meine Erscheinung nach Außen mit zunehmendem Alter und zunehmender Kinderzahl zunehmend unwichtiger wurde.
Haare nicht mehr ganz frisch – ach ja, was solls. Mit 17 hab ich auch 10 Minuten vor der Abfahrt meines Zuges morgens noch die Haare gewaschen.
T-Shirt hat deutliche Spuren des zuletzt mitgewaschenen Taschentuchs – hm kurz abgerubbelt, wird schon wieder runtergehen…
Sich nicht mehr so sehr um sein Äußeres zu kümmern entlastet wirklich ungemein!

Reiskleber

Eine neue Entdeckung von mir! Neulich hab ich mir mal eine Bastelzeitschrift geleistet und seither basteln das Löffelkind und ich fleißig Frühlingsdinge.
Unter anderem haben wir auch diese schönen Eier hier mit Origamipapier beklebt. Dazu haben wir Reiskleber benutzt.

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In der Zeitschrift stand, dass man den bestellen kann, ich wollte aber lieber gleich loslegen und hab mich im Internet auf die Suche gemacht und siehe da, man kann ihn selber machen! Also los:
2 EL Reismehl (Ich hab klebriges Reismehl benutzt) mit
etwas Wasser zu klumpenloser Suppe vermischen und
in etwa 150 ml kochendes Wasser einrühren.
Unter Rühren kochen bis es dick wird, abkühlen lassen (dabei nochmal umrühren) und dann kann man loskleben.
Bei mir ist die Masse nicht durchsichtig geworden, aber ich hab den Kleber ohnehin dünn mit dem Pinsel aufgetragen, sodass es am Ende nicht so viel ausgemacht hat. Löffelkind und Löffelchen haben dann noch diese Eier hier mit Seidenpapier beklebt, hat auch gut funktioniert.
Dann hatte ich noch gelesen, dass man mit Reiskleber wunderbar Papier auf Glas(fenster) kleben und danach mit Wasser wieder ablösen kann. In Japan wird der Kleber tatsächlich dafür benutzt, das Papier die Holzverkleidungen zu kleben und für den traditionellen Haarschmuck Kanzashi.
Wir haben erstmal einen kleinen Papierschnipsel damit ans Fenster geklebt und am nächsten Tag tatsächlich mit Wasser wieder ablösen können. Vielleicht probiere ich an dieser Stelle nochmal mehr aus, mal sehen.
Wer also Reismehl zu Hause hat (was ich seit unserem Taiwan-Trip grundsätzlich habe), dem kann also der Kleber nicht so schnell ausgehen!

Wollfadeneier!

Der Frühling kommt, zumindest bald. Wir Löffels warten schon ganz sehnsüchtig, dass der Winter endlich vorbei geht, denn wir wollen bald in unserem neuen Garten alles Mögliche schöne pflanzen und umgraben und so. Bald gehts los, aber bis dahin basteln wir zu Hause, damit der Frühling auch wirklich bald loslegt.

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Heute zum Beispiel: Eier aus Wollfäden
Zutaten: Wasserbomben
Woll- oder Garn (gern aus der Reste-Bastel-Kiste)
plus Schere
Kleister               kleine Gläser oder Eierbecher zum Trocknen

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Dann ist es ganz einfach: Wasserbomben bis zur gewünschten Eigröße aufpusten, ohne dass sie platzen. Von der Wolle Fäden abschneiden, wenn die zu lang sind verknoten sie gerne.

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Die Fäden in Kleister eintunken und danach um den Ballon wickeln und das Ganze trocknen lassen. Beim Trocknen einmal umdrehen, damit die Unterseite auch trocknen kann

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Die Luftballons aufschneiden (da hält sich das Löffelkind immer die Ohren zu) und rausholen, fertig!

Für den Kleister kann man gut Tapetenkleister nehmen, ich hab mir mal eine Packung Cellulosekleister beim Bastelbedarf mitbestellt und rühre den immer Marmeladenglasweise an, das funktioniert echt gut und er hält sich im Schraubglas auch eine Weile. Ich kleistere ja unglaublich gerne mit den Kindern da hab ich immer was auf Vorrat.

Die Eier können dann entweder als Girlande aufgehängt werden, als Deko rumliegen oder auch am Osterstrauch hängen! Und morgen gibts gleich wieder was: ich hab einen neuen Kleber entdeckt!

rosa Glitzerknete

Heute gibt es wieder mal ein Rezept:

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Man nehme:
gelangweilte Kinder
etwas Farbe
ca. eine Tasse Salz
ca. eine Tasse Mehl
warmes Wasser nach Bedarf
Glitzer
eventuell Knetwerkzeuge (Löffel, Messer, Rolle, Rollschneider, Knoblauchpresse etc. etc.)WP_20151021_003

und mische schön mit dem Löffel durch. Danach schön Kneten. Ist es zu feucht kommt noch Mehl rein, ist es zu trocken, Hände nass machen. Wunderbare Knete, die sich auch im Ofen aushärten lässt. Der Glitzer verteilt sich zwar ÜBERALL aber das ist das kleinere Übel finde ich.
Als Farbe eignet sich Pigment, aber ich nehm gern zerdrückte Farbtabletten von der Ostereifärberei. Das ist Lebensmittelfarbe, falls doch mal was im Mund landet, ausserdem schön günstig nach Ostern. Da bevorrate ich mich immer!
Luftdicht verschlossen hält sich das Ganze sogar ein bisschen!

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Die Löffelkinder sind begeistert!

 

was ich grade nicht verstehe,

Instagram-bloggerfuerfluchtlinge

damit kann ich auch einBuch füllen…

Wie jemand auf die Idee kommen kann, auf Kinder zu urinieren. Öffentlich.

Warum die Behörden in Berlin so lange verschlafen haben, dass so viele Menschen kommen werden.

Warum jetzt, wo klar ist, dass so viele kommen und bleiben wollen, die Organisation von offizieller Stelle so schleppend anläuft.

Wie es sein kann, dass der ASB seit drei Wochen eine Unterkunft für über 500 Menschen organisiert und dabei auf freiwillige Helfer aus der Bevölkerung angewiesen ist. (Um es ganz klar zu sagen: Alle Helfer dort und auch der ASB machen richtig gute Arbeit. Und das ist das eigentliche Wunder, denn bezahlt wird dafür niemand, was bedeutet, dass das fast alles Freizeit ist, die die Helfer da verbringen.)

Wie es angehen kann, dass es in Europa zahlreiche Unterkünfte und Lager gibt, in denen insgesamt tausende Menschen leben, und deren Zustand um einiges schlechter ist, als das, was ich in Wilmersdorf kennen gelernt habe.

Dass mitten in Europa Menschen in Not ankommen, und ihnen blanker Hass entgegen gebracht wird.

Warum es am Ende dieses Sommers in Berlin am LaGeSo immer noch keine Hilfe von offizieller Stelle gibt, sondern Moabit hilft dort alles im Rahmen hält.

Wie schlimm es sein muss, die Heimat gen Ungewiss zu verlassen.

Wie schrecklich es dort gewesen sein muss, wenn überfüllte Züge, kleine Boote auf dem Meer und die Nächte in berliner Parks zu verbringen die bessere Perspektive waren.

warum ich helfen gehe

Aufregende Zeiten. Traurige Zeiten. Viel zu tun in Deutschland und Europa. Ich habe einen Teil der letzten Woche in einer Notunterkunft für geflüchtete Menschen verbracht. Das hat mir gut getan. Denn schon seit Wochen lese ich in der Zeitung und sehe Fernsehbilder von Menschen, die Hilfe brauchen. Die in meiner Stadt ankommen und dann erstmal obdachlos sind, weil das Amt, das für sie zuständig ist, es nicht schafft, sie zu registrieren und anständig unterzubringen. Weil einfach so viele kommen, aber auch, weil verpasst wurde zu verstehen, dass so viele kommen werden. Und nun sie sind da. Und deshalb muss sich jemand um sie kümmern. Eigentlich muss das der Staat tun. Aber der schaffts nicht. Kann man sich drüber aufregen und das tu ich auch.
Kann man aber auch einfach helfen gehen, wenn man Zeit hat. Und wie es so viele grade tun. Da organisieren Freiwillige ein Wohnheim aus dem Nichts in einem ungeeingneten Gebäude mit Duschen im Zelt auf dem Hof und Feldküche und Kleiderkammer und medizinischer Versorgung und und und. Seit drei Wochen ist diese Unterkunft da, keiner weiß wie lange sie bleiben wird. Und endlich hatte ich letzte Woche auch Zeit zum helfen. Und dann noch eine Aufgabe, der ich gewachsen bin. Ich hätte auch Betten aufgebaut, Kartoffeln geschält oder Klamotten sortiert, aber im Spielzimmer war auch noch Platz und sowas kann ich ganz gut. Also hab ich letzte Woche mit einem syrischen Mädchen gespielt, Ketten gebastelt, aufgeräumt, afghanischen Jungs Uno beigebracht und beim Schach spielen zugeschaut und viel Deutsch geredet und erklärt. Ich hab dabei gelacht und mich geärgert (über Zustände) und ich hab Respekt gehabt. Vor HelferInnen und ihrem Engagement aber auch vor Familien und Müttern und Vätern und einzelnen und Kindern.
Und es hat mir gut getan, das zu sehen und mit den Menschen da zu sprechen. Weil ich etwas grundlegendes verstanden habe. Ich habe gesehen, wie sehr sich diese Menschen darum bemühen unsere Sprache zu lernen. Wie freundlich sie sind und wie sehr sie ihre Kinder lieben.
Und dann steh ich abends in meiner Küche und räume die Spülmaschine ein. Und genau in dem Moment hab ich es kapiert. Genau das ist es, warum sie hergekommen sind. Sie wollen niemandem etwas wegnehmen. Sie wollen nicht mein Fahrrad, oder dein Auto oder sein iPhone oder ihre xbox oder deine Arbeit. Sie wollen ein zu Hause haben, in dem sie für ihre Familie kochen können und Wäsche waschen und die Kinder baden und in dem sie nicht Angst haben müssen, dass die Polizei kommt und jemanden einfach einsperrt, oder eine Granate durchs Fenster fliegt oder sonst was Schlimmes passiert. Sie wollen ihre Kinder zur Schule schicken und eine Ausbildung für sie. Und sie sind bereit dafür etwas zu tun. Die denken nicht, dass sie das alles umsonst kriegen. Die allermeisten wollen hier arbeiten und etwas beitragen. Und wenn wir das zulassen können, wird alles gut ausgehen.
Hingegangen bin ich für mich. Weil es mir nicht ausgereicht hat, diejenigen, die Unterkünfte anzünden und blöde Sprüche klopfen blöd zu finden. Weil ich selber was tun wollte. Weil ich zu den zehntausenden helfenden Händen gehören möchte, die den wenigen Zündlern gegenüberstehen. Weil es leider so viel mehr helfende Hände braucht, als rechten Terror um das alles auszuhalten und dagegen zu halten und zu zeigen, wer hier eigentlich die Mehrheit ist. Weil hier alle willkommen sein sollen!

da bin ich wieder…

… oh wieder lange Abstinenz. Dafür viel erlebt und noch nicht ganz fertig mit einsortieren. Wir Löffels haben im März eine weite lange Reise gemacht, davon liegen definitiv noch ein paar Blogbeiträge in meinem Kopfstübchen herum.

Dazu redet das Löffelchen jetzt. Die allerliebsten Wörter und kann sich richtig gut ausdrücken. Das macht das Leben für alle Beteiligten leichter.

Wirklich zum Schreiben gebracht hat mich heute aber mal wieder der Ärger. Und das kam so:
Da blättere ich mal wieder lustlos die von Rossmann geschickte Eltern-Kind-Programm-Werbezeitschrift durch und finde gleich zwei schreckliche Dinge. Grundsätzlich hab ich ja festgestellt, dass ich mir die Anmelderei bei den Babyprogrammen der Drogeriemärkte echt hätte schenken können, weil ich wirklich fast nie so einen Gutschein benutze. Ich kauf das Zeug einfach nicht! Und nicht nur, weil ich gerade diese Marken nicht haben will, sondern weil ich die Produkte grundsätzlich nicht oder nur selten benutze (Feuchttücher, spezielle Reinigungsmittel für Babyflaschen, Schnuller, Hygienespüler, Inkontinenzeinlagen…). Wenn ich mal sowas kaufe, hab ich aber garantiert keinen Gutschein dabei!

Aber diese Zeitschriften sind ja mal echt der Hammer! Genau gelesen merkt man erstmal die unverhohlene Werbung, aber ok, ist halt eine Gratiszeitschrift von einem Laden. Dann aber kommen mir solche DInge unter:

Erstens
Ich amüsiere mich ja immer darüber, dass die Milchpulverhersteller jetzt immer überall draufschreiben müssen, dass Stillen ja viel besser ist als ihre Produkte, sogar wenn man die Website von milupa besucht, muss man erst einen Hinweis darauf wegklicken. Das hat bestimmt zu Umsatzeinbrüchen geführt. Aber schlau wie sie sind, lassen sie sich was neues einfallen: nach Folgemilch und Kindermilch und Breiprodukten fand ich in der Zeitschrift Werbung das neueste: Milch für stillende Mütter! Oh mann, jetzt soll ich als stillende Mama für mich selbst so ein Zeug anrühren?
Anleitung von der milupa-HP:
Zubereitung:

Für 200ml Milchgetränk einfach sechs Messlöffel (ca. 32g) Pulver in ein Glas Wasser (ca. 180ml) einrühren.

Kann warm oder kalt zubereitet werden.

Ob das dann auch so „wunderbar“ riecht wie Premilch? Kann ich nicht einfach ein Glas Milch trinken und mich gesund ernähren? Diese Stillsäfte lass ich mir zur Not ja noch einreden, aber Pulvermilch für Erwachsene? Ernsthaft?

Zweitens:
Dann finde ich auf der letzten Seite zum Thema Frühstück noch folgende Sätze: „Je weniger verarbeitet die Lebensmittel sind, desto besser – sprich gesünder – sind sie. Beim Einkaufen sollte auch darauf geachtet werden, dass wenige Zusatzstoffe enthalten sind.“ Dann wird Butter statt Margarine, Müsli statt Frühstücksflocken und Natur- statt Fruchtjoghurt empfohlen.
Da musste ich beim Lesen schon grinsen. Was die AutorIn wohl von der Stillmilch hält? Aber wirklich witzig fand ich daraufhin das Zurückblättern auf die aktuellen Produktempfehlungen: fertige Gläschennahrung, fertige Frühstücksportionen Schalenmenü und Früchteriegel.
Naja, da müssen wohl alle den Spagat zwischen Productplacement und sinnvollen Ernährungsratschlägen schaffen!

Ein Gutes haben diese Gratiszeitschriften jedenfalls: Jede Menge Bilder zum Angucken und jede Menge Seiten zum erforschen mit Knüllen Reißen und Schneiden, dafür hab ich eigentlich immer so eine zu Haus!

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