Energieerhaltung und Energieeffizienz in der Erziehung

Energieerhaltung und Energieeffizienz, was hat das nun wieder mit Kindern zu tun? Lasst euch eines sagen: Kinder haben immer was mit Energie zu tun! Sie sind regelrechte Energiestaubsauger! Sie saugen gerne die Energie von Erwachsenen auf. Das lernen alle erwachsenen Menschen, die mit Kindern zu tun haben, rasend schnell. Als ich vor Jahren mein erstes längeres Praktikum in einer Grundschule gemacht habe, war das meine allererste Erkenntnis. Nach ein paar Stunden in der Schule konnte ich einen ganzen Nachmittag verschlafen! Diesen Luxus hat man als Elternteil leider nicht mehr. So ist etwas vom Ersten, das junge Eltern lernen sollten, auf sich zu achten und für genügend Auftankzeiten zu sorgen. Also erster Tipp des Tages: Auf die eigene Energieeffizienz achten. Wie man das macht? Zum Beispiel kann man seine Wohnung so gestalten, dass die Kinder Orte haben, an denen sie sich einfach selbst beschäftigen können. Das Löffelkind hat zum Beispiel einen Bastel- und Malschreibtisch im Wohnzimmer. Das Löffelchen dagegen liebt die Keksformschachtel. Die steht in der Küche und da kann man großartig die Keksformen ausräumen und in der Wohnung verteilen.

Was macht ihr, um Energie im Alltag zu sparen?

Zweiter Tipp des Tages: Jede Situation fordert eine gewisse Menge an Energie. Leider befinden wir uns aber im Umgang mit Kindern in den Geistes- und nicht in den Naturwissenschaften, weshalb sich das alles nicht genau berechnen lässt. Aber vielleicht sollte ich erstmal erklären, was ich damit meine, also ein Beispiel: Immer ein schönes Thema ist im Löffelreich ja die Morgenzeit, also vom Wecken bis zum Kita-gehen. Regelmäßig Streit, Meckerei und schlechte Laune auf allen Seiten. Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass das Löffelkind, obwohl es körperlich und geistig in der Lage wäre sich flott und selbständig anzuziehen, das morgens einfach nicht kann. Daher stecke ich die sonst für Meckern und Drohen, ja auch Schreien kam vor, aufgebrachte Energie mittlerweile einfach darin, einen Tick früher aufzustehen und nun dem Löffelkind beim Anziehen zu helfen. Nicht weil wir dann schneller sind, sondern weil wir dann glücklicher sind. Denn Anziehen scheint in diesem Falle auch für Kontakt zu stehen.
Noch ein Beispiel? Bittesehr: Brenzlige Spielsituationen. Wenn Kinder allein oder in Gruppen es gerade nicht schaffen friedlich und alleine zu spielen, kann sich die Erwachsenenwelt überlegen, ob sie die Energie dafür aufwenden möchte, sich darüber zu ärgern und zu maßregeln, oder ob die nötige Energie in Form von Zuwendung, Anleitung und Unterstützung hinzugefügt wird. Alles klar? Schön. Klingt ja doch ein wenig berechenbar, oder? Also ein Auftrag an die Leser: In der nächsten brenzligen Situation die Energie einfach mal in positiver Form in das System einschleusen. Und gerne danach hier als Kommentar berichten.