Kategorie-Archiv: Wochenbett

unser Freund der Heizstrahler

Jedes Mal haben wir es nicht geschafft, den Heizstrahler, der rechtzeitig beschafft war, an die Wand zu schrauben. Dabei ist dieses Ding echt ein Segen. Meckerndes Baby beim Wickeln? Nicht mit der Wärmequelle. Entweder die wohlige Wärme oder das schöne rote Licht, das nachts übrigens zum Wickeln ausreicht, das die Heizung erzeugt, haben das Löffelchen so fasziniert, dass sie schon beim Hinlegen manchmal ganz erwartungsvoll nach oben blickte.

Sogar ein ansonsten schlecht gelauntes Baby ließ sich unter der freundlichen roten Heizung schnell beruhigen. Wenn das allein nicht half, hilft immer: Ausziehen. Nackige Babys bewegen sich mehr und können Bewegungen probieren, die mit Kleidung nicht so gut funktioniert (ein Grundprinzip beim Pekip).

Deshalb auf die Vor-Geburt-Erledigen-Liste: Heizstrahler auch anschrauben: rumliegend hilft er wenig.

Die Welt dreht sich auch nach der Geburt noch weiter…

Kaum zu glauben. Aber auch nach der Geburt haben alle Läden auf. Man kann also auch NACH der Geburt noch Spucktücher kaufen, oder Bodies oder sogar einen Kinderwagen. Klar, es ist nicht mehr soo viel Zeit und das Vorbereiten für das Baby macht echt Freude. Aber es ist nicht schlimm, wenn der Wickeltisch noch nicht bereit ist, oder nicht alles vorgewaschen ist. Selbst ein mit Papierstapeln vollgestelltes Wohnzimmer und ein nicht aufgebautes Babybett (wie bei uns beim Löffelkind) hindert das Baby nicht daran, auf die Welt zu kommen. Und das Wochenbett lässt sich auch neben Stapeln und Kisten genießen.

Die Größe des Kindes kann auch überraschen, und es muss dann sowieso noch einer los und die richtige Kleidergröße auftreiben (beim Löffelkind kleiner als gedacht, beim Löffelchen deutlich größer..).

Beim zweiten Kind hab ich mir überlegt, was mir wirklich wichtig ist, welche Dinge wirklich fertig sein müssen, eine Liste gemacht und die abgearbeitet:

  • ein Kinderwagen

  • Tragetuch

  • Wickeltisch aufstellen (Heizstrahler anbringen macht Sinn, haben wir aber immer erst später geschafft)

  • Stoffwindeln da haben

  • eine Hängewiege haben

  • ein paar Anziehsachen da haben

  • ein paar Kosmetikartikel fürs Wochenbett (ja, auch die dicken langen tollen Einlagen…)

Alles andere lässt sich immer noch besorgen, auch wenn der Geburtstermin erstmal wie eine Deadline wirkt. Babybesucher bringen übrigens auch gern mal was mit!

Hol dir Hilfe im Wochenbett

Zu Hause angekommen, seid ihr erstmal allein. Das ist seltsam. Vielleicht warst du die ersten Tage noch im Krankenhaus rund um die Uhr versorgt, vielleicht ist die Geburt gerade erst ein paar Stunden her. Gut, wenn dein Partner (oder auch eine Partnerin, das werd ich aber jetzt nicht jedes Mal extra hinschreiben) da ist. Vielleicht ein paar Wochen, vielleicht länger. Wir haben die Partnermonate Elterngeld immer gleich am Anfang genommen, und waren sehr zufrieden damit. Vielleicht ist ein anderes Familienmitglied oder sonst jemand da, um zu helfen. Das ist toll, denn du solltest dich wirklich ausruhen können und die ersten Tage und Wochen genießen. Die meisten Babys schlafen viel, das ändert sich aber! Ich habe die beiden Wochenbetten als sehr kuschlig, und zufrieden erlebt. Ich erinnere mich gern daran zurück.

Aber es ist eine große Umstellung plötzlich 24/7 für jemanden verantwortlich zu sein, ständig zu springen, wenn das kleine Wesen etwas will. Und Babys wollen. Oft. Sofort. Ohne Wartezeit. Dazu kommen Hormonumschwünge, Milcheinschuß, Geburtsverletzungen die heilen müssen, ein Körper den du plötzlich wieder alleine bewohnst, Wochenfluss und andere Merkwürdigkeiten. Da ist es hilfreich, wenn man sich nicht auch noch über die plötzlich entstehenden Wäscheberge, Geschirr abwaschen und Bad putzen Gedanken machen muss.

Mögliche Hilfen:

  • Partner, wenn vorhanden und auch zu Hause

  • Familienmitglieder

  • Haushaltshilfe von der Krankenkasse (vorher informieren!)

  • Familienpfleger als Hilfe von Vereinen

  • Freunde, die kleine Aufgaben übernehmen bei Besuch oder was zu Essen mitbringen

  • Eltern aus der Kita der großen Kinder, die das große Kind mit in die Kita nehmen oder abholen

Überlege, was du brauchen könntest und frag ruhig. Freunde, die gerne Baby gucken wollen können auch mal abwaschen oder Wäsche aufhängen.

Überlege, wieviel Besuch du möchtest, von wem und ab wann. Setze das durch. Zur Not muss auch mal jemand wieder gehen. Das ist in Ordnung und sollte auch von allen verstanden werden. Mache mit deinem Partner ein Zeichen aus, damit er weiß, wann er den Besuch wieder hinauskomplimentieren soll.

Das Wochenbett dauert 8 Wochen! Wirklich.

Das ist eine meiner wichtigsten Erkenntnisse nach 2 Kindern. Und das hat auch beim zweiten Kind nochmal Monate gedauert, bis ich erkannt habe, dass ich das Wochenbett wieder nicht genug ausgekostet habe. Es ist aber trotzdem fraglich, ob ich denn bei einem dritten Kind diese Wochen auch wirklich als solche nutzen würde. Denn nachdem ich in den Schwangerschaften gegen Ende immer runder, kurzatmiger und unbeweglicher wurde, war es mir wichtig möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen. Jedes Mal endete das damit, dass ich doch wieder flach lag. Beim Löffelkind lag ich nach der U2 plötzlich mit heftigen Nachwehen im Wartezimmer beim Kinderarzt. Nach der Geburt des Löffelchens war ich zwar etwas schlauer und verbrachte tatsächlich eine (für mich) lange Zeit im Bett. Doch dann musste ich wieder zu schnell zu weit spazieren gehen und konnte es nicht lassen, dann auch noch meine Eltern zu treffen. Das Ergebnis: Milchstau, Brustentzündung und 3 Tage Bettruhe mit Fieber, ich konnte diesmal nicht mit zur U2.

Also, erster Tipp zum Wochenbett: bleib liegen, so lange du es aushältst. Das Löffelchen hat erst nach eineinhalb Wochen mal das Wohnzimmer gesehen, denn nach der ambulanten Geburt sind wir ins Bett geklettert und nur rausgekommen, wenn’s unbedingt nötig war.

Zweiter Tipp zum Wochenbett: Zögere es raus, es kommt alles noch früh genug. Du musst nicht acht Wochen im Bett liegen, aber mach langsam. Hol dir Hilfe und Unterstützung. Und für die ersten Monate: immer nur eine Aktion pro Tag!