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Lass dich beim Tragen unterstützen

 

Du wirst dein Kind tragen. Stundenlang. Da führt kein Weg daran vorbei. Kleine Menschen sind nicht nur SÄUGlinge sondern auch TRAGlinge. Es gibt Kinder, die sind mit wenig tragen zufrieden. Und es gibt Kinder, die wohnen auf dem Körper ihrer Eltern.

Tragen hilft den Kindern bei der motorischen Entwicklung ungemein. Sie gleichen die Bewegungen aus, halten Körperspannung und erfahren durch das Gehalten-Werden ihre Körpergrenzen. Getragene Babys sind zufriedene Babys.

Und die Kinder werden schnell schwerer. Mein Löffelchen hat aktuell über acht Kilo, und das mit knapp über einem halben Jahr. Es lohnt sich also, sich mit Tragehilfen zu befassen. Auch das am besten schon vor der Geburt. Aber nachher lohnt es sich immer noch.

Ich habe das Löffelkind fast ausschließlich in der Manduca getragen. Durch ihr etwas geringeres Gewicht aber erst etwas später, davor auf dem Arm. Und auch wenig zu Hause, denn die Manduca mochte sie anfangs nur bei richtigen Gehbewegungen, die in der Wohnung kaum möglich sind. Rückblickend habe ich sie insgesamt zu wenig getragen. Beim Löffelchen bin ich schlauer. Und besser ausgestattet. Denn nachdem ich von anderen Mamas gehört habe, wie zufrieden sie mit einem Tragetuch (ab sofort kurz TT) sind, hab ich auch für das Löffelkind eins angeschafft. Leider ein komisches, das sich nicht gut binden ließ, und so verschwand das auch bald wieder im Schrank.

Für das Löff elchen habe ich ein langes TT angeschafft, und bald die Wickelkreuztrage gebunden. Oh war ich damit glücklich! Ein kleines zufriedenes Menschlein, sicher und kuschlig an meinem Bauch. So konnte ich prima das Löffelkind in die Kita bringen, und mit Rucksack auf dem Rücken auch ganz gut Ausflüge machen. Zugegeben, es ist ein ganz schönes Gewurschtle, bis man das Tuch im Griff hat. Bei mir dauerte es ca. zwei Wochen. Aber dann waren wir eine Zeit lang sehr glücklich damit. Bis das Löffelchen etwa vier Monate alt war. Plötzlich war nämlich alles sooo spannend. Und sie legte sich beim Tragen immer zur Seite. Bei ihrem stattlichen Gewicht, wurde so das Tragen schnell anstrengend und unangenehm. Also lernte ich in einer Trageberatung den Rucksack zu binden. Und habe mir nach Anleitung eine Tragejacke gebastelt. Und weiter ging die Tragerei! Draußen mit Hackenporsche und drinnen mit Staubsauger! Denn wenn nix mehr ging mit dem Löffelchen, warf ich sie mir auf den Rücken und begann zB die Wohnung zu putzen oder die Wäsche aufzuhängen. Das geht mit Kind auf dem Rücken prima! Und selbiges kann gut zugucken und ist zufrieden, schlief auch oft dort ein, wenn sonst nix mehr möglich war. Für den Rucksack hab ich noch ein kurzes Tuch angeschafft, damit auch das Känguru vor dem Bauch gebunden. Das ist auch eine gute Alternative zum Wickelkreuztragegewurschtel. Aktuell wird das Löffelchen von meinem Mann viel in der Manduca getragen, ich konnte ihn mit meiner TT-Leidenschaft leider nicht anstecken. Und ich selber trage derzeit auch lieber vor dem Bauch in der Manduca. Denn das ist schön kuschelig und geht auch unterwegs schnell. Wenn ich sie längere Strecken tragen will, wandert sie aber wieder auf den Rücken. Ich finde aber, nachdem ich sie so gut in den TTs eingebunden gesehen habe auch erst jetzt, mit 8 Kilo und 67 cm, dass sie gut in der Manduca sitzt. Wegen ihrem dicken Stoffwindelpo hat sie nämlich erst gar nicht in den Neugeboreneneinsatz gepasst und der Steg der Manduca ist sehr breit. Hätten wir die Manduca nicht schon gehabt, hätte ich vielleicht eine Mei Tai organisiert, aber wer weiß, vielleicht mach ich das ja noch, denn ich trage wirklich gerne.

Mein vorläufiges Tragefazit: Es gibt für jede Situation und Größe die richtige Trageweise, man muss nur die finden, die zu einem passt. Es lohnt sich also die Anschaffung von verschiedene Tragehilfen für verschiedene Situationen. Gebraucht ist das Zeug auch nicht soo teuer und lässt sich oft leicht weiterverkaufen, wenn es nicht (mehr) passt. Mir hat eine professionelle Trageberatung sehr geholfen, sowie der Tragebereich im Stillen und Tragen. Da findet man alles, was es zum Tragen zu wissen gibt!