Archiv für den Monat: März 2016

Ein Hoch auf das Mittelalter!

Ich bin alt, ich werde alt, mann bin ich alt geworden! Juhu!
Nein Quatsch, so alt bin ich noch gar nicht, Anfang Dreißig kann man sagen. Aber schon seit Mitte Zwanzig stelle ich immer wieder fest: älter werden ist bisher nicht schlimm.
„Ja, werd mal richtig alt du junges Gemüse“ denken jetzt die deutlich älteren LeserInnen und recht haben sie.
Mein Punkt ist der: In meiner näheren und ferneren sozialen Umgebung befinden sich viele Menschen um die Mitte Dreißig. Und langsam, manchmal auch schon länger, macht sich das Gefühl breit, alt geworden zu sein. Im Vergleich zumindest. Häufig passiert das an Tagen nach gesteigertem Alkoholkonsum, Umzügen oder Bauaktionen. Wir „Mittelalten“ vertragen weder lange Parties noch ungewohnte körperliche Arbeit und auch krank sein nicht mehr so gut wie vor 10 Jahren. Vor 10 Jahren. Uhh. Das ist das zweite Anzeichen: Mensch, wir kennen uns jetzt schon zehn Jahre! (Trifft bei mir ziemlich viele, weil ich vor ziemlich genau zehn Jahren in diese Stadt kam, meinen Mann kennen lernte etc.) Ich messe Zeit also schon in Jahrzehnten! Dem Löffelkind erkläre ich, warum manches besser kann als sie mit den Worten: „Ich übe das ja auch schon fünfundzwanzig Jahre!“
Oder noch schlimmer: Irgendwo läuft vielleicht eine Folge der Gilmore Girls oder Ähnliches und ich denke: „Oh, ist ja auch schon eine Weile her, wie lange eigentlich?“ Nachgeguckt: 2000 bis 2007, die LETZTE Folge ist also schon fast 10 Jahre alt! Back to the Future Day war mittlerweile auch schon und das Phänomen, dass Dinge, die ich etwa zehn Jahre zurückdatieren würde dann doch schon 1990 passiert sind, häuft sich. Spätestens seit ich mir mal angeschaut habe wie jung die Schauspieler in diversen Filmen „meiner Jugend“ damals im Vergleich zu heute aussahen, wirds schon echt gruselig.
Ein weiteres Anzeichen fürs Älterwerden ist ja übrigens, dass ich Jugendliche beobachte und mir mittlerweile nicht mehr vorstelle, dass ich auch mal so alt war, sondern darüber nachdenke, wie es wohl ist die Mutter von so einem Menschen zu sein! Hach, da freu ich mich ja gar nicht drauf. Fremdschämen nennt man diesen Zustand, der mich da regelmäßig bei der Jugendlichenbeobachtung befällt. Ein Glück, dass ich diese Unsicherheiten, unglückliches Verliebtsein und Pickel hinter mir gelassen habe. (Und dass das alles im Prä-socialnetworkingzeitalter passiert ist.)

ABER zurück zur Frage: Ist älter werden wirklich schlimm?
Diese Frage muss ich im klar verneinen. Denn bisher hat älter werden eigentlich kaum Nachteile gehabt. Vieles von dem, was mich früher beschäftigt hat, viel Zeit, Geduld, Geld, Nerven etc. gebraucht hat, ist heute nicht mehr wichtig. Das hängt vor allem damit zusammen, dass mir meine Erscheinung nach Außen mit zunehmendem Alter und zunehmender Kinderzahl zunehmend unwichtiger wurde.
Haare nicht mehr ganz frisch – ach ja, was solls. Mit 17 hab ich auch 10 Minuten vor der Abfahrt meines Zuges morgens noch die Haare gewaschen.
T-Shirt hat deutliche Spuren des zuletzt mitgewaschenen Taschentuchs – hm kurz abgerubbelt, wird schon wieder runtergehen…
Sich nicht mehr so sehr um sein Äußeres zu kümmern entlastet wirklich ungemein!

Reiskleber

Eine neue Entdeckung von mir! Neulich hab ich mir mal eine Bastelzeitschrift geleistet und seither basteln das Löffelkind und ich fleißig Frühlingsdinge.
Unter anderem haben wir auch diese schönen Eier hier mit Origamipapier beklebt. Dazu haben wir Reiskleber benutzt.

eier1
In der Zeitschrift stand, dass man den bestellen kann, ich wollte aber lieber gleich loslegen und hab mich im Internet auf die Suche gemacht und siehe da, man kann ihn selber machen! Also los:
2 EL Reismehl (Ich hab klebriges Reismehl benutzt) mit
etwas Wasser zu klumpenloser Suppe vermischen und
in etwa 150 ml kochendes Wasser einrühren.
Unter Rühren kochen bis es dick wird, abkühlen lassen (dabei nochmal umrühren) und dann kann man loskleben.
Bei mir ist die Masse nicht durchsichtig geworden, aber ich hab den Kleber ohnehin dünn mit dem Pinsel aufgetragen, sodass es am Ende nicht so viel ausgemacht hat. Löffelkind und Löffelchen haben dann noch diese Eier hier mit Seidenpapier beklebt, hat auch gut funktioniert.
Dann hatte ich noch gelesen, dass man mit Reiskleber wunderbar Papier auf Glas(fenster) kleben und danach mit Wasser wieder ablösen kann. In Japan wird der Kleber tatsächlich dafür benutzt, das Papier die Holzverkleidungen zu kleben und für den traditionellen Haarschmuck Kanzashi.
Wir haben erstmal einen kleinen Papierschnipsel damit ans Fenster geklebt und am nächsten Tag tatsächlich mit Wasser wieder ablösen können. Vielleicht probiere ich an dieser Stelle nochmal mehr aus, mal sehen.
Wer also Reismehl zu Hause hat (was ich seit unserem Taiwan-Trip grundsätzlich habe), dem kann also der Kleber nicht so schnell ausgehen!

Wollfadeneier!

Der Frühling kommt, zumindest bald. Wir Löffels warten schon ganz sehnsüchtig, dass der Winter endlich vorbei geht, denn wir wollen bald in unserem neuen Garten alles Mögliche schöne pflanzen und umgraben und so. Bald gehts los, aber bis dahin basteln wir zu Hause, damit der Frühling auch wirklich bald loslegt.

wolleier

Heute zum Beispiel: Eier aus Wollfäden
Zutaten: Wasserbomben
Woll- oder Garn (gern aus der Reste-Bastel-Kiste)
plus Schere
Kleister               kleine Gläser oder Eierbecher zum Trocknen

zutatenwolleier

Dann ist es ganz einfach: Wasserbomben bis zur gewünschten Eigröße aufpusten, ohne dass sie platzen. Von der Wolle Fäden abschneiden, wenn die zu lang sind verknoten sie gerne.

howtowolleier

Die Fäden in Kleister eintunken und danach um den Ballon wickeln und das Ganze trocknen lassen. Beim Trocknen einmal umdrehen, damit die Unterseite auch trocknen kann

fertigwolleier

Die Luftballons aufschneiden (da hält sich das Löffelkind immer die Ohren zu) und rausholen, fertig!

Für den Kleister kann man gut Tapetenkleister nehmen, ich hab mir mal eine Packung Cellulosekleister beim Bastelbedarf mitbestellt und rühre den immer Marmeladenglasweise an, das funktioniert echt gut und er hält sich im Schraubglas auch eine Weile. Ich kleistere ja unglaublich gerne mit den Kindern da hab ich immer was auf Vorrat.

Die Eier können dann entweder als Girlande aufgehängt werden, als Deko rumliegen oder auch am Osterstrauch hängen! Und morgen gibts gleich wieder was: ich hab einen neuen Kleber entdeckt!