Archiv für den Monat: Februar 2015

kindgerechte Ordnung

So schwer ist es nicht. Es sollte nur möglichst einfach sein. Wir haben manche Dinge in Kisten, zum Beispiel alle Sachen zum Kneten. Oder alle Bausteine, alle kleinen Bälle. Andere Dinge sammeln sich in bestimmten Schubladen Verkleidungsschublade, Musikschublade, Kramschublade, Duploschublade. Die Kinderküche hat ein eigenes kleines Regal mit Türen, das ist Geschirr- und gleichzeitig Kühlschrank. Die Bücher, die sich Löffelchen gerne ansieht, sind in einer Kiste im Wohnzimmer. Alle anderen im Bücherregal.

Löffelkind hat einen Schreibtisch im Wohnzimmer für Mal- und Bastelarbeiten. Der ist allerdings eine stetige Quelle von mütterlichem Ärger, weil er nicht aufgeräumt ist…. Da gibts dann Gläser mit Stiften und so. Kleber, Filzstifte, Scheren, Wachsmaler  etc. sind mittlerweile aus Sicherheitsgründen in Schubladen versteckt, sonst ist hier bald alles bunt. (Beim zweiten Kind ist es übrigens deutlich schwerer, Boden, Wände, Bücher und Gitarrenkoffer von ungewollten Kinderzeichnungen frei zu halten…).

Löffelkind hat noch einen Setzkasten im Zimmer, der immer gern mal mit diversem Kleinkram umdekoriert wird. Für manche Dinge eignen sich offene Regale, die schnell ein- und ausgeräumt sind, so z.B. für das Kleinkindspielzeug im Wohnzimmer:

  ordnung2

Im Mädchenzimmer helfen auch Fotos, alles wieder da hin zu tun, wo es vorher war: ordnung1

(Schlechtes Foto, ich weiß…)

Aber am wichtigsten ist das: Nerven behalten, Chaos kommt und geht. Das ist normal.

Ordnung schaffen, Ordnung halten

Aufräumen. Eine furchtbare Aufgabe! Das konnte ich schon als Kind nicht leiden. Lange habe ich mich gefragt, warum es in Kindergären immer so schön aufgeräumt aussieht. Da spielen doch auch Kinder. Und, das ist allgemein bekannt, Kinder sind die besten Freunde der Entropie.

Jetzt, nach fast einem Jahr im Kindergarten, kenne ich die drei Ordnungsgeheimnisse! Das erste ist, dass im Kindergarten ständig Erwachsene bereit stehen, die darauf achten, dass die kleinen Entropisten erst wegräumen, was sie aufgebaut haben, bevor sie sich was neues rausholen. Das ist in Familien anders. Da hat man nämlich nicht immer ein Auge auf die Kinder. Gestern haben das Löffelkind und ein Besuchskind es sogar geschafft, eine komplette Feenhöhle unter dem Esstisch anzulegen, ohne dass ich das gemerkt hätte!
Zweites Geheimnis: Ordnungssysteme, die die Kinder kennen und überschauen können, dazu später mehr. Drittes Geheimnis: Rhythmisierte Aufräumzeiten. Genau wie es routinemäßige Wickelzeiten gibt, wird auch zu bestimmten Zeiten einfach mal alles aufgeräumt. Vor dem Essen beispielsweise. Dadurch nimmt das Chaos nie so überhand wie in einer Familienwohnung, wo die Kinder einfach einen Platz vollspielen, um sich dann zum nächsten freien Fleck zu begeben.  Ungestört wiederholen sie diese Vorgehensweise, bis der gesamte Wohnungsboden gleichmäßig von Spielzeug übersät ist.
Das ist etwas, das sich auch in der Familie umsetzen lässt. In der Löffelwohnung gilt mittlerweile das ungeschriebene Gesetz, dass das Löffelkind den Löffelzimmerboden vor den abendlichen Ritualen und Abläufen weitgehend von Spielzeug befreit. An Wochenenden wird auch zwischendurch mal was weggeräumt, zum Beispiel der Duplo-Zug, bevor das Playmo-Haus rausgekramt werden kann. Löffelchens Unordnung beseitigen noch größtenteils die Erwachsenen, da sie aber das Prinzip „aufräumen“ kennt nutzen wir schamlos aus, dass MITHELFEN und EINRÄUMEN im Kleinkindalter wichtig sind. Dadurch hoffe ich, dass sich das Aufräumen beim Löffelchen gleich einprägt, das Löffelkind hat nämlich ganz schön lange gebraucht, bis sie die ewige Aufräumerei akzeptierte.

Was die Eltern akzeptieren müssen ist, dass Kinder lernen müssen, wie aufräumen geht. Kinder müssen den dafür nötigen Überblick und das planvolle handeln erst erlernen. Deshalb verspielen sie sich so häufig beim Aufräumen. Schwer ist das, die schönen Spielsachen in der Hand zu halten und gleich wieder weglegen zu müssen. Schwer ist das, bei jedem Teil zu überlegen, wo es hingehört. Eine ganz große Hilfe ist das ein sinnvolles Ordnungssystem, dazu morgen mehr. Von der Vorstellung eines allein aufräumenden Kindes muss man sich verabschieden. Wir helfen fast immer. Wir machen fast immer das Meiste dabei. Wir müssen fast immer ganz viel dabei sagen, wo was hingehört. Aber wir machen es nicht mehr alleine.

Vorsicht vor dem Ratgeber-Beispiel!

Gestern habe ich mich geärgert. Ich lese gerade mal wieder ein Buch über Erziehung. Welches es ist verrate ich noch nicht, ich habe mir nämlich noch keine abschließende Meinung gebildet. Es will auch nicht eigentlich kein klassischer Ratgeber sein. Beispiele werden trotzdem angeführt. Und über eines habe ich mich geärgert. Beispiele in Erziehungsratgebern funktionieren nämlich immer gleich und führen uns Eltern auf falsche Fährten. Meistens klingen sie ungefähr so:

Heinrich ist ein fröhlicher Junge. Zwischen ihm und seinen Eltern gibt es jedoch ein immer wieder kehrendes Streitthema: Das Abendbrot. Selten kommt Heinrich rechtzeitig zum Familienessen nach Hause, meistens meckert er am Essen herum und häufig sind am Ende der Mahlzeit alle schlechter Laune und Heinrich bedient sich zwischendurch am Kühlschrank. Die Eltern sind verzweifelt. Sie überlegen gemeinsam mit Heinrich, wie sie die Situation verändern können und kommen zu einer Lösung. Heinrich verspricht, sich nicht mehr am Kühlschrank zu bedienen, sondern rechtzeitig zu Hause zu sein und gemeinsam mit seinen Eltern die Mahlzeit zuzubereiten. So kann er mitbestimmen, was auf den Tisch kommt. Die Situation entspannt sich und alle sind zufrieden.

Oder:

Sabine und ihre Mutter müssen regelmäßig nach dem Kindergarten noch einkaufen gehen, was regelmäßig zur Geduldsprobe für beide wird. Sabine weigert sich, im Einkaufswagen zu sitzen, möchte aber auch nicht laufen. Oft steckt Sabine heimlich Süßigkeiten in den Wagen und dann gibt es Streit. Die Mutter weiß nicht ein und aus. Nach einem Gespräch mit der Erzieherin beschließt sie in Zukunft vor dem Abholen einkaufen zu gehen, damit Sabine in der Kita noch einen Nachmittagssnack zu sich nehmen kann, denn sie hatte nicht nur keine Lust auf das Einkaufen, sondern auch einfach Hunger.

In den meisten Ratgebern finden sich unzählige Beispiele nach diesem Prinzip: Schwieriges Verhalten – wir finden das dahinterstehende Problem – Lösung – Glück für alle!

Da sitze ich dann, nachdem ich so ein Buch gelesen habe und denke: cool, ist ja ganz einfach, ich muss nur immer herausfinden, was das eigentliche Problem ist und dann eine Lösung erfinden! Das kann ich doch bestimmt auch! Und dann: Ich denke, probiere, löse… Und? Es ändert nichts. Gar nichts. Oder wenig. Oder nur kurz. Denn: Mit Kindern zusammen zu leben funktioniert nicht wie eine Matheaufgabe. Meistens gibt es keine einfache Lösung. Oder sie funktioniert nur kurz. Denn Kinder verändern sich ständig. Und manche Verhaltensweisen gehören zur Entwicklung dazu. Streiten bestimmt auch.

Besonders ärgerlich finde ich meistens die letzten Sätze dieser Beispiele. Das liest sich dann ungefähr so: Schon nach wenigen Tagen war in der Familie Ruhe eingekehrt. Das Kind hatte einfach eine volle Windel und wollte deshalb nicht im Stühlchen sitzen. Nachdem Heinrich zweimal zu spät zur Schule gekommen war, lernte er, schon beim ersten Klingen des Weckers aufzustehen….

Nicht die eigentlichen Beispiele stören mich, und die Lösungen auch nicht, was mich stört ist das Gefühl, das diese Beispiele hinterlassen. Jede schwierige Situation hat ein dahinterliegendes Problem und kann mit einer “Lösung“ behoben werden. Denn genau das stimmt nicht. Ich bin mir sicher, dass es in vielen Familien Situationen gibt, die eben nicht “gelöst“ werden können. Zumindest nicht auf diese Art. Wenn ich es aber doch versuche, dann fühle ich mich am Ende als Versagerin, weil es bei MIR nicht funktioniert oder ich die Lösung nicht finde, oder noch schlimmer ich frage mich, was mit meinen Kindern los ist, weil es bei DENEN nicht fruchtet. Und das ist ja wohl das schlimmste, was passieren kann. Also: Obacht! Diese Beispiele haben wenig mit der Familienrealität zu tun.

Der SELBER-BACK-KUCHEN

Das hat ja lange gedauert! Wollte ich den Kuchen nicht schon im Sommer einstellen? Naja, jetzt ist es soweit: diesen Kuchen können Kinder (und auch alle, die sonst nicht backen können) ganz einfach selber machen. Es empfiehlt sich die Fotos auszudrucken, die Zutaten zu besprechen und das Ganze vielleicht ein oder zweimal gemeinsam zu machen. Dann klappts auch bald allein.

Los geht’s:

trockene Zutaten in einer Schüssel mischen:

mehl

3 Tassen Mehl

zk

2 Tassen Zucker

bkplv

1 Esslöffel Backpulver

vzk

ein Vanillezucker

 

alles Andere dazutun und immer RÜHREN

eier

4 Eier

oel

1 Tasse Öl

apfel

1 Tasse Apfelschorle

 

gut verrührt auf ein Backblech mit Backpapier streichen, dann ca 20-30 Minuten bei 180 Grad Umluft backen. Es funktioniert auch in der Kuchenform (Springform oder Kranzform oder sonstwas), dann dauert es länger, es empfiehlt sich eine Stäbchenprobe.

Lecker ist ein Zitronenguss (Puderzucker + Zitronensaft + ev. Lebensmittelfarbe) oder mit Marmelade einstreichen und eine Schokoglasur drauftun.

Ich habe den Kuchen mittlerweile schon oft mit Kindern gebacken, einzeln und in Gruppen. Es funktioniert immer. Im schlimmsten Fall hat man am Ende Mehlbrösel drin, aber schmecken tuts eigentlich immer!