Archiv für den Monat: Dezember 2014

wollen und brauchen

Kinder wollen ständig irgendwas. Entweder etwas haben, etwas essen, oder etwas von einer anderen Person. „Du bist ein kleines ICH WILL“ denke ich oft. Und das ist ganz normal. Wollen hat ja was mit Bedürfnis zu tun. Und Kinder definieren sich ganz lange über Bedürfnisse. Eltern (und andere Erwachsene) erfüllen Bedürfnisse. Erst eifrig und sofort (Säugling), dann übermüdet (immer noch Säugling), dann zögernd (Kleinkind) später auch mal unwillig oder um Theater zu umgehen. Und da beginnt es. Erziehung. Welchem Wollen gebe ich nach, welchem nicht mehr? Welches prompt und welches erst mit Verzögerung? Wie entscheide ich das? Wie erkläre ich das? Und geht nicht heute doch mal das Eis vor dem Abendessen? Alles Fragen des sogenannten Trotzalters (das sinnvollerweise in der Fachliteratur mittlerweile Autonomiephase heißt). Das sind die täglichen Entscheidungen, die als Elternteil in Sekundenbruchteilen gefällt werden. Über die man sich nachher oft ärgert. Also erstmal atmen, durchdenken, dann antworten.
Und überlegen: Welches Bedürfnis hat das Kind gerade? Ist es wirklich das Eis oder das neue Legoauto? Steckt noch was anderes dahinter? Was wollen Kinder eigentlich wirklich? Muss ich alles geben, was sie wollen? Darf ich NEIN sagen? An welcher Stelle?
Diese Fragen werden leichter zu beantworten, wenn man gedanklich Abstand vom Wort WOLLEN nimmt. Und das Wort BRAUCHEN einsetzt. Darüber nachdenken, was Kinder, was dieses Kind braucht. Grundsätzlich. Oder jetzt. Von mir.
Kinder brauchen immer Verbindung und Kontakt, brauchen BEZIEHUNG. Und sie brauchen mit dem Alter zunehmend mehr Autonomie, selbst entscheiden können und dürfen. Diese Gedanken im Kopf haben mir sehr geholfen im Ich-Will-Dschungel zu überleben. Denn: Ich kann meinen Kindern nicht alles geben, was sie wollen, ich will ihnen aber alles geben was sie brauchen.