Archiv für den Monat: Juni 2014

und du wirst ihn nie wieder los…

Der erste Spielplatzbesuch ist ein Meilenstein. Es bricht eine neue Ära an. Denn von nun an ist dein Kind ein Sandkind. Und das wird es für viele viele viele Jahre bleiben. Was das bedeutet? Sand ist ab sofort dein ständiger Begleiter. Er liegt in den Schuhen. Er rieselt aus Hosentaschen und aufgekrempelten Hosenbeinen. Er verteilt sich in Windeln, Rucksäcken, Jacken, Schuhen, Teppichen, dem Wohnzimmerboden, Treppenhäusern und auch sonst überall. Er soll sogar schon aus Kapuzen gefallen sein, wenn das Kind sich nach etwas auf dem Badezimmerboden bückt. Zwischen Zehen, hinter Ohren und auf Köpfen ist er sowieso gern zu finden. Denke nicht, du hast im Winter Ruhe vor ihm, denn in irgendeinem vergessenen Gummistiefel lauert er darauf, auf dem Flurboden verteilt zu werden. „Oh guck mal, jetzt haben wir hier auch einen Spielplatz.“ Warum werden sie nochmal KLEINkinder genannt und nicht SANDkinder? Es ist mir ein Rätsel.

Und plötzlich stehst du..

… auf dem Spielplatz und stellst fest: so hast du dir deine Kinder nicht vorgestellt.
Das klingt vielleicht hart, aber manchmal ist das so. Ich hab mir zum Beispiel immer so eine Pippi Langstrumpf vorgestellt, wenn ich an meine zukünftige Tochter denke. Bekommen habe ich eher eine Annika. Lieben tu ich sie trotzdem mit all meiner Kraft.
Aber gelegentlich stelle ich fest, dass ich mir das anders vorgestellt hatte. Und ich denke es geht nicht nur mir als Mama manchmal so. Dieser Gedanke hilft mir dann auch mal die Mama von anderen Kindern auf dem Spielplatz zu verstehen. Die haben sich auch nicht vorgestellt, dass ihr Kind ein Sandschmeisser werden wird, oder meiner Tochter die Schippe abnimmt. Die haben ihren Kindern das nicht so beigebracht und erziehen ihre Kinder mit den besten Absichten.
Ganz doll schwer fiel mir deshalb vielleicht auch, zu akzeptieren, dass mein Kind grobmotorisch nicht soo fit ist, und deshalb auch vom Kinderarzt Ergotherapie verordnet bekam. (Die auch soweit gut war, hat ihr Spaß gemacht, sie konnte viel aufholen.)

Deine Kinder werden nicht so, wie du sie dir vorstellst. Sie werden ganz anders, sie werden besser. Weil sie so viel mehr sind, als du dir jemals vorstellen kannst. Und es ist eine große Freude ihnen beim Aufwachsen, sich Verändern und zur Persönlichkeit heranwachsen zuzusehen und sie zu begleiten.

es ist so einsam hier..

Meine lieben Leserinnen und Leser, und ich weiß es gibt euch, es fühlt sich so einsam an hier. Schön wäre, wenn ihr nicht nur lesen würdet, sondern ab und zu auch in die Tasten haut und mal was kommentiert. Oder mir schreibt, was ihr zu den Themen denkt. Dann würde ich nicht so im luftleeren Raum rumhängen.

Wann beginnt Erziehung?

Wann geht das eigentlich los mit dieser Erziehung? Wann muss ich damit anfangen? Das hab ich mich beim Löffelkind noch gefragt, als es eigentlich schon zu spät war. In Gesprächen mit Zweitmamas fällt dann oft mal ein Satz wie: „Das mach ich diesmal nicht, da hab ich bei … noch einen Armschläfer herangezogen.“ „Diesmal bin ich schlauer, … kriegt gleich gar keinen Schnuller.“

Und plötzlich war da der Gedanke: genau! Das ist der Beginn von Erziehung. Keinen Standard schaffen, den ich nicht bereit bin einzuhalten. Denn das erste Lebensjahr des Kindes ist ja von rascher Bedürfnisbefriedigung geprägt. Und das ist auch gut so. Säuglinge können ihre Bedürfnisse nicht aufschieben und brauchen eine gute Bindung. Das macht sie stark fürs Leben. Trotzdem müssen Eltern auch auf ihre eigenen Bedürfnisse achten. Und da gehts dann halt eben los mit Erziehung. Früher als gedacht.