Archiv für den Monat: Mai 2014

das „Autsch“ in Mama

Muttersein hat eine ganz neue Ebene der Selbstreflektion in mein Leben gebracht. Ich beobachte mich, bewerte und beurteile mein Handeln und Denken und überlege oft, wie ich mit meinen Kindern umgehe. Ich treffe Entscheidungen und Entschlüsse, wie ich meinen Kindern gern begegnen möchte. Ich bin dabei mal erfolgreich, oft genug scheitere ich aber auch. Ich ertappe mich dabei, wie ich mein Kind bewerte oder mich frage, welche meiner Verhaltensweisen oder Entscheidungen wohl zu dieser oder jener Folge im Verhalten meines Kindes geführt hat.
Zuweilen mündet diese Reflektion in regelrechte Selbstzerfleischung. Mein „innerer Wolf“ erzählt mir, was ich alles falsch gemacht habe oder mache, wo ich meine Kinder nicht genügend unterstütze, wo ich ihnen nicht aufmerksam genug begegne und wo ich ihre Entwicklung verhindere. Dann muss ich an meine eigene Mutter denken, wenn ich mit ihr nicht zufrieden war und sie gesagt hat: „Ja stimmt, ich bin eine furchtbare schreckliche Mutter.“ Der Tonfall erklärte mir damals aber schon, dass sie in diesem Fall gut damit klar kam, von mir schrecklich gefunden zu werden (das sind bestimmt Erinnerungen aus der Pubertät (ö:). Trotzdem. Da gibt es so einen kleinen oder großen Stich. Diese „Autsch“-Momente im Mamadasein.

Wenn das Kind zum Beispiel sagt: Ich will mal eine Mama sein, die immer 1000 Zeit hat. Und ich dann feststelle, es stimmt. Ich habe gerade wenig Zeit für mein Löffelkind.

Auch wenn ich weiß, dass eine der wichtigsten Mama-Regeln ist, auf sich selbst zu achten, für sich selbst zu sorgen und sich eben nicht aufzuopfern, muss ich sagen: Mama-sein kann ganz schön weh tun. Es tut weh, weil ich mich ständig selbst beobachte, und durch ständige Beobachtung auch genug entdecke, was mir nicht gefällt.

ein Wort zum Thema Größen- und Mengenangaben

Das beschäftigt mich ja nun schon länger.
In der Breikostphase, die beim Löffelkind ja nun sehr lange eine BEIkostphase blieb hab ich mich immer gewundert, wie ein Kind in dem Alter ein ganzes Babygläschen aufessen soll, oder so eine komplette Schüssel mit laut Anleitung angerührtem Milchbrei. Das Löffelchen hingegen kann ohne Probleme abends so eine Schüssel Milchbrei verputzen, dazu eine Scheibe Knäckebrot und dann noch Reste von der Gemüsesuppe vom Löffelkind. Gleichzeitig trägt das Löffelchen jetzt (teilweise wegen dem dicken Stoffwindelpo teils wegen der dicken Ärmchen) schon Größe 92. Und das vor dem Krabbelalter. Das Löffelkind konnte mit Größe 92 laufen und sprechen. Altersangaben in Kinderkleidung halte ich ja mittlerweile sowieso nur noch für irreführend. Altersangaben auf Spielzeug sind auch immer mit Vorsicht zu genießen. Heute hab ich zum Beispiel ein Spiel gespielt, das für 4 bis 7jährige konzipiert ist, das aber für 5jährige zu langwierig ist. Dann gibt es haufenweise Zeug, auf dem steht, dass es für unter 3jährige nicht geeignet ist, danach aber langweilig….

Also gilt auch da mal wieder: sich nicht von Größen- und Mengenangaben verunsichern lassen und bei Altersangaben lieber selber prüfen.

Leuchtturmprojekte

Mich hat eine ganz liebe Email erreicht, die eine etwas andere Meinung zum Thema Projekte vertritt. Ich finde die Gedanken dieser Mama auch richtig,
deshalb möchte ich sie auch mit euch teilen:
Ich plädiere ja für Mut zu Leuchtturmprojekten  (zum Beispiel 3 Monate Arbeiten im Ausland während Papa in Elternzeit mitkommt), wenn das möglich ist, für uns war das eine großartige Chance, wann kann man wirklich nochmal länger zusammen weg. Und man hat das Elterngeld, kann die Wohnung untervermieten… Also einfach mal darüber nachdenken, ob man nicht ein Weilchen parallel Elternzeit nimmt oder einer sich einen „beruflichen Ausflug“ in ein anderes Land erlaubt und die Familie mitnimmt. Die Zeit war großartig und bleibt uns für immer. Auch natürlich weil wir ein kleines Kind hatten und fotografiert haben wie die Irren. Und dann noch die Zeit, daraus Fotoalben zu kleben.
Die erlaubte Gegenfrage ist: Kann man dann dem Kind alles bieten? Macht man entgegen den Bedürfnissen des Kindes eigene Träume war? Ich denk mir ungefähr: Wir Eltern definieren in jedem Fall die Laufrichtung, die Notwendigkeiten. Zum Teil durch unsere bewussten Entscheidungen (Karierre…), zum Teil durch z.B. finanzielle Notwendigkeiten (wenn beide arbeiten müssen). Die Kinder ziehen mit, wenn wir den gewählten Weg als positiv vorleben und können mit einem breiten Spektrum von Betreuungssituationen und Lebensumständen gut klar kommen. Schlecht ist, wenn wir ihnen die Verantwortung oder sogar die Schuld an unserem gewählten Lebenswandel geben, unzufrieden sind oder unsere Kinder dazu verpflichten uns glücklich zu machen.
Vieles geht, wenn man sich sicher ist, dass man das will. Dann wird es von Eltern und Kindern als schlichte Randbedingung empfunden, innerhalb der man den Raum für Eltern sein und Kind sein ausgestaltet.

Beobachte dein Kind, vertrau deinem Gefühl

Eigentlich braucht man keine Ratgeber. Denn das Wichtigste steht hier in der Titelzeile. Und sollte eigentlich auch der älteste Tipp der Welt sein. Wer sein Kind beobachtet und lernt seine Signale zu deuten, um ihm zu geben was es braucht, hat gute Chancen ein zufriedenes Baby um sich zu haben. Das ist ja auch die Grundregel der Empathie: Wie geht’s dir und was brauchst du?

Schwierig nur herauszufinden, was das Baby eigentlich braucht. Aber da hilft: beobachten, einfühlen, ausprobieren. Zugegeben fällt mir das beim zweiten Kind schon deutlich leichter.

Wichtig ist aber auch der zweite Teil: vertrau dir. Wenn dir dein Bauch sagt, dass ein Schlaflernprogramm nicht gut für dein Kind ist, lass es dir nicht von Freunden einreden. Wenn dir der Schnupfen komisch vorkommt, geh zum Arzt. Wenn dein Gefühl sagt, deinem Kind ist mit Jacke zu warm, zieh sie aus. Wichtig ist nur, bei Stillfragen auch eine Hebamme oder noch besser eine Stillberaterin zu fragen. Und handle auch nach deinem Gefühl.Lass dir nichts einreden was dir nicht passt. Auch nicht von mir.

Tag und Nacht

Babys haben schon vor der Geburt angeblich einen Tag und Nacht Rhythmus. Leider oft konträr zu dem der Mutter. Bei Bewegung schlafen sie ja gerne und abends auf der Couch gibt’s Polonaise im Bauch. Es soll vorkommen, dass die Kinder diesen Rhythmus mit auf die Welt bringen.

Das Löffelkind hatte einen furchtbaren Rhythmus. Schlafen bis elf, dafür wach sein bis vier. Und es hat ewig gedauert, bis dieser Teufelskreis durchbrochen war. Deshalb war ich wild entschlossen dem Löffelchen von Anfang an einen sinnvolleren Rhythmus beizubringen. Glücklicherweise war das nicht so schwierig, weil Löffelchen ein Vielschläferkind war. Aber ich habe gleich darauf geachtet, es dabei zu belassen. Also nachts möglichst wenig Licht. Auch zum Wickeln reicht das Glühen des Heizstrahlers. Keine großen Aktionen beim Stillen. Nachts nur wecken, wenn unbedingt notwendig. Möglichst wenig Herumtragen und Bespaßen.

Mir ist klar, dass das bei vielen Babys nicht möglich sein wird. Aber versuchen kann man es ja mal. Auch hier fällt das bei einem Geschwisterkind gleich viel leichter. Wenn die große Schwester in die Kita geht, wird das Kleine auch regelmäßig morgens geweckt. Abendessen findet meistens zur gleichen Zeit statt und es ist den ganzen Tag irgendwas los. So ist die Tagesstruktur schon vorgegeben. Vielleicht klappt es aber auch, bei einem ersten Kind schon so eine Struktur aufzubauen. Dazu helfen Rituale, die schon Babys anzeigen, was als nächstes passiert. Aber dazu mehr ein anderes Mal.

Nimm dir die nächsten zwei Jahre nichts vor

Ein Tipp den ich in der Schwangerschaft mal gehört habe. Stimmt auch soweit. Besser keine größeren Projekte starten. Es ist mit Krabbelkind schon schwierig genug, sich täglich was zu essen zu machen und genug Wäsche zu waschen, dass alle immer was anzuziehen haben.

Deshalb gilt auch im Wochenbett: immer nur eine Aktion oder ein Ausflug pro Tag.

Dann kommt auch noch die Zeit, wo die Kleinen öfter mal krank sind und nicht in die Kita können. Die ersten beiden Jahre schlauchen ganz schön. Aber auch hier gilt: das geht vorbei und es kommt tatsächlich die Zeit, wo die Kinder mal bei ihren Freunden sind, allein zu Hause bleiben wollen, während man einkaufen geht und später sieht man sie sowieso nur noch zum Abendessen.

Zeit für Projekte bleibt also doch, vielleicht nur nicht gleich.

Die wirklich wahre Bedeutung von „es ist nur eine Phase“

„Es ist nur eine Phase – es ist nur eine Phase – es ist nur eine Phase…“ das ist bestimmt das beliebteste Elternmantra. Meistens im Zusammenhang mit unangenehmen Verhaltensweisen oder Bedürfnissen der Kinder anzutreffen. Für mich drückt es noch etwas anderes aus. Um das zu erklären, muss ich aber etwas ausholen.

Als frische Mama meiner ersten Tochter steckte ich immer mitten im Jetzt mit ihr. Ich hatte oft das Gefühl, alles würde immer so bleiben. Oder zumindest eine sehr lange Zeit. Das ging schon in der Schwangerschaft los. „Ich brauche unbedingt noch eine weite Hose“ hab ich mir zum Beispiel gedacht. Oder „dieses Kind wird wohl nie durchschlafen“, oder „so ein tolles Babyspielzeugdings, das will ich auch für sie zu Hause haben“. Und das obwohl mir mein Kind ständig bewies, dass sich einfach ständig immer alles ändert. Das erste Lebensjahr ist ein einziger Veränderungsfluss. Kaum hat man sich als Erwachsener an etwas gewöhnt oder eine Verfahrensweise entwickelt, schon ist alles wieder anders. Habe ich zum Beispiel endlich alles gefährliche aus der Reichweite des Krabbelkindes verbannt, steht es plötzlich am Regal und räumt Bücher aus..

Als Zweitmama habe ich daher einen anderen Blickwinkel entwickelt: Aus alles-wird-immer-so-bleiben wurde alles-geht-so-schnell-vorbei. Und dieses Gefühl habe ich nicht nur in der Rückschau, sondern auch beim Blick in die Zukunft. Ich sehe das Kind geht in den Vierfüßlerstand, also räume ich Dinge nicht eine Etage höher im Regal, sondern zwei oder gleich auf den Dachboden. Ich weiß aber auch: ich muss nicht die komplette Wohnung babysicher machen, denn in anderthalb Jahren ist dieses ständige Aufpassen auch schon wieder vorbei. Ich kaufte mir nur eine Schwangerschaftshose und trug ansonsten Rock. Ich muss nicht jedes Babyspielzeug aus der PEKIP-Gruppe auch zu Hause haben, einmal die Woche damit spielen können ist ohnehin spannender.
Es ist nur eine Phase ist für mich also ein Synonym dafür geworden, dass nicht nur alles vorbei geht, sondern auch alles ganz schnell vorbei geht, so von Ferne betrachtet. Das macht es mir leichter, auch Trotzanfälle (die bei Fünfjährigen auch gern nochmal vorkommen) und schlechte Nächte und Zahnschmerzen und alles weniger angenehme gelassener zu betrachten. Und es erinnert mich daran, das Jetzt doch auch mal festzuhalten und zu genießen was schön ist, denn auch das ist nur eine Phase.

Lass dein Kind in Ruhe

Endlich da! So lange drauf gewartet, so gespannt gewesen, wie es wohl aussieht und sich anfühlt. Und dann: Es schläft. Und schläft. Und schläft. Schön eigentlich, oder? Aber irgendwie muss man doch was tun mit dem Kind… Besonders wenn es gerade mal vier Stunden pro Tag wach ist wie das Löffelchen. Dann müsste man doch gleich hin, wenn es mal einen Pieps macht, oder?

Vielleicht ist es aber schlauer, das Kind in Ruhe zu lassen, wenn es zufrieden da liegt und einen grade nicht braucht. Man kann auch von Weitem zuschauen, wie es guckt und vielleicht die Händchen betrachtet oder belutscht. Denn die Zeiten des Dauerbespaßens kommen früh genug, und vielleicht, aber nur vielleicht prägt sich die Erfahrung des Sich-Selbst-Genügens doch ein? Klar, immer mal nachsehen ob es wirklich noch zufrieden ist, und vor allem: Sicher platzieren. Mit Stillkissen drum rum oder im Babybett oder so. Wer weiß schon, wann es sich zum ersten mal fortbewegen kann. In Ruhe lassen war aber meine goldene Zweitmama-Regel der ersten Wochen. Beim Löffelchen hat’s geklappt, ich übernehme aber keine Garantie für andere Kinder. Allerdings denke ich schon, dass man den Kindern das alleine-zufrieden-sein allzu leicht abtrainieren kann.

Stillkissen? Stillkissen!

Was soll das denn sein? Was es nicht alles gibt… Das waren so meine ersten Gedanken zum Thema Stillkissen. Ist aber echt gemütlich so ein Ding. Nachts für mich übrigens schon im ersten Drittel der Schwangerschaften ein unverzichtbarer Begleiter. Kann man gut den Bauch mit abstützen, die Beine hochlegen oder den Oberkörper bei Sodbrennen. Ach so, als Unterlage fürs Kind beim Stillen geht’s natürlich auch. Hab ich aber immer nur ein paar Wochen benutzt, mich dann irgendwie anders an mir selber abgestützt.

unser Freund der Heizstrahler

Jedes Mal haben wir es nicht geschafft, den Heizstrahler, der rechtzeitig beschafft war, an die Wand zu schrauben. Dabei ist dieses Ding echt ein Segen. Meckerndes Baby beim Wickeln? Nicht mit der Wärmequelle. Entweder die wohlige Wärme oder das schöne rote Licht, das nachts übrigens zum Wickeln ausreicht, das die Heizung erzeugt, haben das Löffelchen so fasziniert, dass sie schon beim Hinlegen manchmal ganz erwartungsvoll nach oben blickte.

Sogar ein ansonsten schlecht gelauntes Baby ließ sich unter der freundlichen roten Heizung schnell beruhigen. Wenn das allein nicht half, hilft immer: Ausziehen. Nackige Babys bewegen sich mehr und können Bewegungen probieren, die mit Kleidung nicht so gut funktioniert (ein Grundprinzip beim Pekip).

Deshalb auf die Vor-Geburt-Erledigen-Liste: Heizstrahler auch anschrauben: rumliegend hilft er wenig.